·Consumer·Minds Team

Minds Studie: Zusatzversicherung für Mental Health in der Schweiz

Wie urbane Schweizer Fachkräfte Zusatzversicherungen für präventive mentale Gesundheit bewerten. Zahlungsbereitschaft und Tarife im Minds Simulationstest.

Q1Skala010
Wie hoch ist Ihre Bereitschaft (0 bis 10), einen monatlichen VVG-Zusatztarif von CHF 25 für niederschwellige Mental-Health-Prävention abzuschliessen?
  • 0
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Durchschnitt
6,7

Verteilung der Zahlungsbereitschaft nach beruflicher Belastung und Wunsch nach unbürokratischem Zugang ohne KVG-Anordnungsmodell.

  • 15+ Statistiken mit Kreuztabellen nach Alter, Land, Einkommen
  • 5 herunterladbare Diagramme
  • Rohdaten der Antworten (CSV)
  • Stellen Sie dieser Zielgruppe Ihre eigenen Fragen
Vollständige Studie kostenlos freischalten

Methodology

Eine Minds Zielgruppen-Simulation untersuchte die Zahlungsbereitschaft von 700 synthetischen Schweizer Fachkräften für präventive Mental-Health-Zusatzversicherungen vor dem Hintergrund der vom Bundesamt für Statistik dokumentierten Zunahme psychischer Belastung. Dabei zeigten 61 Prozent eine klare Bereitschaft für Zusatzprämien zwischen CHF 15 und 35 pro Monat für nicht-ärztliche Präventionsangebote.

Das synthetische Panel wurde mittels silicon sampling aufgebaut, um die urbane Erwerbsbevölkerung in den Wirtschaftsräumen Zürich, Basel, Bern, Lausanne und Genf abzubilden. Jedes Mind stützt seine Urteile auf Minds PRISM, die proprietäre Reasoning-, Inferenz- und Quellmodellierungs-Engine hinter jedem synthetischen Persona-Profil. Minds PRISM verknüpft öffentlich zugängliche Kontextdaten mit definierten Forschungsparametern, um fundierte, konsistente und kontextbezogene Urteile innerhalb einer abgegrenzten synthetischen Forschungsarchitektur zu gewährleisten.

68%

Akzeptanz für Präventionsbausteine

61%

Bereitschaft zu Zusatzprämie (CHF 15-35/Mt.)

74%

Präferenz für vertrauliche Direktbuchung

Basierend auf einer synthetischen Zielgruppe mit 700 Befragten. Die Übereinstimmung mit Benchmarks variiert je nach Zielgruppe, Frage, Fundierung und Referenzstudie.

Zusammensetzung der Zielgruppe

Altersgruppe
  • 1
    24-34 Jahre42%
  • 2
    35-49 Jahre38%
  • 3
    50-64 Jahre20%
Belastungsprofil
  • 1
    Hohe urbane Arbeitsbelastung58%
  • 2
    Moderate Arbeitsbelastung42%
Schweizerische Gesundheitsbefragung: Psychische Gesundheit
Psychische Gesundheit in der Schweiz: Kennzahlen und Versorgung

Die Untersuchung kombinierte quantitative Skalenbewertungen, strukturierte Tarifvergleiche und qualitative Tiefenexplorationen. Als End-to-End-Plattform für kommerzielle synthetische Forschung vereint Minds qualitative und quantitative Methoden in einem durchgängigen Ablauf. Neben offenen Fragestellungen und standardisierten Ratingskalen unterstützt Minds methodische Designs wie MaxDiff sowie UX- und Konzepttests direkt auf derselben PRISM-Infrastruktur.

Hintergrund der Schweizer Tariflandschaft: KVG versus VVG

Seit der Einführung des psychotherapeutischen Anordnungsmodells im KVG im Jahr 2022 werden psychologische Psychotherapien bei Vorliegen einer ärztlichen Diagnose über die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) abgerechnet. Dieser Schritt sicherte die Grundversorgung für manifeste Erkrankungen, schuf jedoch eine strukturelle Lücke im präventiven Bereich.

Für Fachkräfte im Schweizer Unternehmensumfeld stellt die formelle Konsultation eines Hausarztes zur Einholung einer KVG-Anordnung eine psychologische Hürde dar. Viele Berufstätige in wissensintensiven Dienstleistungssektoren (Finanzdienstleistungen, Unternehmensberatung, Pharma, Softwareentwicklung) suchen keine klinische Langzeittherapie, sondern frühzeitige, diskrete Interventionen:

  • Resilienz- und Stressmanagement-Coaching
  • Evidenzbasierte digitale Mental-Health-Module
  • Psychologisches Coaching vor Erreichen einer Erschöpfungsdepression
  • Biofeedback- und Schlafarchitektur-Trainings

Da das Krankenversicherungsgesetz (KVG) an das Kriterium der Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit bei diagnostizierter Krankheit gebunden ist, können präventive Leistungen primär über privatrechtliche Zusatzversicherungen nach dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG) abgedeckt werden. Für Schweizer Krankenversicherer stellt sich hierbei die Frage nach der optimalen Prämienhöhe, Deckungsobergrenze und Akzeptanz digitaler Partner-Ökosysteme.

M
Marc Anderegg, 34, ZürichSenior Consultant Strategy

Ich will kein ärztliches Rezept über die Grundversicherung holen müssen, wenn ich wegen eines drohenden Burnouts mit einem Coach sprechen möchte. Ein unkomplizierter VVG-Tarif ohne Anordnungsmodell ist mir 25 Franken im Monat wert.

Zahlungsbereitschaft für nicht-ärztliche Präventionstarife

Die Auswertung der quantitativen Panels zeigt ein deutliches Gefälle in der Zahlungsbereitschaft entlang der berufsbedingten Stressbelastung. Unter Fachkräften mit hoher selbstberichteter Belastung stuften 68 Prozent einen eigenständigen Mental-Health-Präventionstarif als attraktive Produkterweiterung ein.

Tarifmodell / DeckungsbausteinMittlere Akzeptanz (Skala 0-10)Zahlungsbereitschaft (CHF/Monat)Bevorzugte Kostenübernahme
Digital-Only: App-Module, Schlaf-Coaching, Audio-Guides6.2CHF 8 bis 14100% bis CHF 300/Jahr
Hybrid-Prävention: 4 Video-Coachings + digitale Tools7.6CHF 18 bis 2880% bis CHF 800/Jahr
Premium Balance: Unbegrenzter digitaler Zugang + 8 Coaching-Sessions8.1CHF 32 bis 4880% bis CHF 1'500/Jahr
Paar- und Familien-Resilienz (Ergänzungsmodul)5.8CHF 12 bis 2070% bis CHF 600/Jahr

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass reine Digital-Only-Angebote zwar kostengünstig bereitgestellt werden können, jedoch eine geringere relative Wertwahrnehmung erzeugen. Die höchste Zahlungsbereitschaft konzentriert sich auf Hybridmodelle, die den bequemen Zugang zu zertifizierten psychologischen Coaches mit flexiblen Apps verbinden.

C
Céline Fontana, 29, BaselRegulatory Affairs Specialist

Apps und anonymes Stress-Resilienz-Coaching sollten in der Zusatzversicherung genauso flexibel abgerechnet werden wie Fitnessabos oder Osteopathie. Wenn der Arbeitgeber nichts erfährt und die Kasse unbürokratisch zahlt, buche ich diesen Tarif sofort.

Entscheidende Treiber: Diskretion, Flexibilität und Entkopplung vom Arbeitgeber

In den qualitativen Interviewschleifen über Minds kristallisierten sich drei zentrale Entscheidungskriterien heraus, die für Produktmanager im VVG-Segment richtungsweisend sind:

1. Umgehung des KVG-Anordnungsmodells

Die Notwendigkeit einer hausärztlichen Diagnose wird von urbanen Fachkräften häufig als Stigmatisierung wahrgenommen. Der Wunsch nach einem VVG-Zusatzprodukt basiert massgeblich darauf, Unterstützung in Anspruch nehmen zu können, bevor ein krankheitswertiger Zustand attestiert werden muss.

2. Datenschutz und institutionelle Unabhängigkeit

Obwohl viele Schweizer Großunternehmen betriebliche Mitarbeiterunterstützungsprogramme (Employee Assistance Programs, EAP) anbieten, besteht unter Mitarbeitenden eine latente Skepsis hinsichtlich der Vertraulichkeit. Ein privat finanzierter Krankenkassen-Zusatztarif wird als neutraler und sicherer wahrgenommen.

3. Direkte Abrechnung über Partner-Plattformen

Die Einreichung von Rechnungen mit detaillierten Leistungsbeschreibungen wird als mühsam empfunden. Zusatzversicherungsmodelle mit nahtloser digitaler Direktanbindung (z. B. an etablierte Plattformen für psychologische Beratung) erzielten in den Testszenarien signifikant höhere Präferenzwerte als klassische Rückerstattungsmodelle.

L
Lukas Schüpbach, 41, BernTeamleiter Software Engineering

Klassische Psychotherapie über das KVG-Anordnungsmodell fühlt sich nach akuter Krankheit an. Mir fehlen flexible Zusatzpakete für Schlaftraining, Biofeedback und psychologisches Sparring vor dem Kollaps.

Segmentierung: Zielgruppenbedürfnisse im Vergleich

Die Minds Simulation segmentierte die Erwerbstätigen nach Alter und Tätigkeitsfeld, um produktspezifische Präferenzen zu identifizieren.

[Synthetische Zielgruppenanalyse im Schweizer VVG-Kontext]

Urbane Young Professionals (24-34 Jahre, 42% Panel-Anteil):
├── Fokus: Sofortige Verfügbarkeit, App-Integration, flexible Video-Sessions
├── Schmerzpunkt: Starre KVG-Bürokratie, Wartezeiten bei Fachärzten
└── Zahlungsbereitschaft: CHF 20 bis 30 / Monat

Erfahrene Fach- und Führungskräfte (35-49 Jahre, 38% Panel-Anteil):
├── Fokus: Burnout-Prävention, Schlafgesundheit, zertifizierte Sparringspartner
├── Schmerzpunkt: Hohe zeitliche Belastung, Diskretionsbedürfnis
└── Zahlungsbereitschaft: CHF 30 bis 50 / Monat

Seniorkräfte und Fachexperten (50-64 Jahre, 20% Panel-Anteil):
├── Fokus: Ganzheitliche psychosomatische Angebote, Kuraufenthalte, Resilienz
├── Schmerzpunkt: Reine App-Angebote ohne menschlichen Kontakt wirken ungenügend
└── Zahlungsbereitschaft: CHF 15 bis 25 / Monat

Implikationen für Schweizer Krankenversicherer

Für Produktentwickler und Aktuare in Schweizer Krankenkassen bieten die Simulationsergebnisse wertvolle Anhaltspunkte für die Ausgestaltung von VVG-Policen:

  1. Präventionsbudgets statt Therapiekontingente: Eine transparente Definition als jährliches Gesundheitsguthaben (z. B. CHF 500 bis CHF 1'000 pro Kalenderjahr für zertifizierte Coaching-Leistungen) wird von Versicherten intuitiver verstanden als komplexe prozentuale Selbstbehaltsklauseln.
  2. Positionierung als Lifestyle- und Karriere-Schutz: Die Ansprache sollte den präventiven Leistungsgedanken betonen, statt Defizite zu thematisieren. Begriffe wie Mentale Fitness, Resilienz-Sparring und Stressbalance resonieren stärker als Psychotherapie.
  3. Vermeidung von Risikoselektions-Hürden: Zu strenge Gesundheitsfragen beim VVG-Antrag können abschrecken. Da es sich um primäre Prävention handelt, minimieren klar gedeckelte Jahresbudgets das versicherungstechnische Moral-Hazard-Risiko.

Die gewonnenen Erkenntnisse sind als richtungsweisende, kontextabhängige Simulationsergebnisse zu verstehen. Für strategische Produktentscheidungen ermöglicht Minds die iterative Erprobung unterschiedlicher Tarifvarianten, Claim-Strukturen und Vertriebsargumente in kontrollierten Simulationsläufen.

Minds deckt den gesamten kommerziellen synthetischen Forschungsprozess von der Zielgruppenerstellung über Stimulustests, qualitative Explorationen und standardisierte Umfragen bis hin zu deterministischen Berechnungen und Datenexporten ab. Das Pricing ist transparent gestaffelt: Neben dem Free-Plan mit 3 Study-Antworten pro Monat (bis zu 60 synthetische Antworten) bietet der Individual-Plan für 59 Euro/Monat 500 Antworten, während der Team-Plan für 99 Euro pro Sitz/Monat (1 Sitz Mindestabnahme) 4.000 Antworten pro Sitz beinhaltet. Für spezifische Großprojekte steht Enterprise mit individuellem Antwortvolumen bereit. Durch die Simulation entfallen aufwendige Teilnehmerrekrutierungen und Honorare für hochbezahlte Zielgruppen.

Testen Sie Ihre Tarifkonzepte, Leistungsbausteine und Preisstrukturen direkt im Minds Simulations-Workspace und vergleichen Sie die Resonanz unterschiedlicher Deckungsmodelle unter /?register=true.

Häufig gestellte Fragen

Warum nutzen Krankenversicherer Minds für die Tarifentwicklung im VVG-Bereich?

Krankenversicherer nutzen Minds, um neue Zusatzversicherungsbausteine, Deckungslimiten und Preismodelle vor dem Markteintritt an synthetischen Zielgruppen zu testen. Dies liefert schnelle, richtungsweisende Einblicke in Zahlungsbereitschaften, ohne hohe Rekrutierungskosten für physische Panels aufzuwenden.

Ersetzt eine Minds Zielgruppen-Simulation versicherungsmathematische Tarifierungen?

Nein. Minds liefert qualitative und quantitative Präferenzdaten sowie simulationsbasierte Verhaltensmuster für Produkt- und Marketingteams. Die finale aktuarielle Risikokalkulation und regulatorische Genehmigungen erfolgen im versicherungsmathematischen Fachbereich der Krankenversicherung.

Wie verhält sich der Aufwand im Vergleich zu traditioneller Marktforschung?

Traditionelle Fokusgruppen und Befragungen im Schweizer VVG-Markt erfordern langwierige Rekrutierungsphasen und hohe Incentives für einkommensstarke Fachkräfte. Minds ermöglicht iterative Studienzyklen ohne Teilnehmervergütungen und schont das Marktforschungsbudget.

Wie hilft diese Untersuchung bei der Ausgestaltung von VVG-Zusatzversicherungen?

Die Studie zeigt präzise, dass urbane Fachkräfte präventive Mental-Health-Leistungen nicht im schwerfälligen KVG-System suchen, sondern bereit sind, flexible Monatsprämien für diskrete, niederschwellige Zusatzangebote zu zahlen.

Über Minds

Minds ist ein KI-Forschungslabor, das synthetische Fokusgruppen und Studien entwickelt. Es hilft Go-to-Market- und Produktteams, ihre Zielgruppen in Minuten statt Monaten zu verstehen.